Bergsee

Kanada

Kanada bedeckt den Großteil der Nordhälfte des amerikanischen Kontinents. Der Name ist eine Ableitung aus dem indianischen »Kanatta«, was soviel wie »Hütte« bedeutet. Das Land grenzt im Süden an die USA, im Westen an den Pazifik und Alaska, im Norden an das Eismeer und im Osten an den Atlantik. Mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von 4634 Kilometern ist Kanada der zweitgrößte Staat der Welt. In Kanada leben 32,04 Millionen Menschen, vornehmlich in einem etwa 300 Kilometer breiten Landstreifen entlang der Grenze zu den USA. Die Bevölkerungsdichte beträgt 3,1 Einwohner pro Quadratkilometer und zählt zu den niedrigsten der Welt. In Kanada herrscht eine bundesstaatlich konstitutionelle Monarchie. Als Landessprache gelten Englisch und Französisch, was überwiegend in Quebec gesprochen wird. Regional herrscht auch Inuktitut, die Sprache der Inuit vor. Landeswährung ist der kanadische Dollar, welcher in 100 Cent unterteilt ist und in 5er, 10er, 20er, 50er und 100er Banknoten ausgegeben wird. Als beliebteste touristische Ziele im Land gelten die Niagarafälle, die Nationalparks in Westkanada sowie die Metropolen Ottawa, Toronto und Montreal.

Die Geschichte Kanadas reicht etwa 20.000 Jahre zurück. Es wird vermutet, das skandinavische Siedler damals über die Beringstraße ins Land gelangten. Eine erste nachweisliche, jedoch nicht dauerhafte, Besiedlung entstand mit den Wikingern, um Leif Erikson, um 1000. Die erste Siedlung auf kanadischem Boden gründeten die Franzosen 1605, mit Port Royal in Neuschottland. 1841 wurden Ober- und Niederkanada zur Provinz Kanada vereinigt. 1869 erwarb die neue Regierung Ruperts Land von der Hudson's Bay Company und gründete des Nord-West-Territorium. Mit dem Statut von Westminster wurde Kanada 1931 ein souveräner Staat, welcher Teil des Commonwealth of Nations blieb. Erst 1982 verzichtete Englang gänzlich auf seine Ansprüche und ebnete den Weg Kanadas in die Unabhängigkeit.

Kanada besteht aus den zehn selbstverwalteten Provinzen Quebec, Ontario, Neubraunschweig, Manitoba, Prinz-Edward-Insel, Saskatchewan, Neuschottland, Alberta, Neufundland und British Columbia, sowie den Territorien Yukon, Nunavut, Nord- und Westkanada.

Als Mitglied der G8-Staaten zählt Kanada zu den führenden Handelsnationen der Welt. Die wichtigsten Exportgüter sind Erdöl, Getreide, Holz, Fisch und Druckerzeugnisee.

Die Tierwelt Kanadas ist vergleichbar mit Nordeuropa oder Asien. In den Wäldern leben Schwarz- und Braunbären, Elche und Rotwild. Karibus, Polarhasen und Polarfüchse sind in den Tundren Zuhause. In den Prärien kommen Antilopen und Kojoten vor, während Wale, Seehunde und Polarbären an den arktischen Gewässern heimisch sind. Die Landschaft dominieren ausgedehnte Waldgebiete. Im Osten herrschen Buchen und Kiefern vor, während im Süden Eichen und Kastanien wachsen. In den höheren Gebirgszügen dominieren Douglasien und Fichten. Im trockenen Süden wächst Präriegras, während an den Küsten vereinzelt Kakteen vorkommen. In der Tundra herrschen, neben alpinen Blumen, Gräser und Flechten vor.

British Columbia

Westkanada unterteilt sich in die Provinzen British Columbia, Alberta, Saskatchewan und Manitoba. British Columbia erstreckt sich entlang der 27.000 Kilometer langen Westküste Kanadas. Das Landschaftsbild prägen die Rocky Mountains, sowie der Fraser River. Während im Norden arktisches Klima vorherrscht, befindet sich im südlicheren Okanagan eines der bedeutendsten Weinbaugebiete des Landes. 1871, durch den Niedergang des Goldrausches wirtschaftlich geschwächt, verpflichtete sich British Columbia, mit dem Beitritt zu Kanada, binnen zehn Jahren zur Errichtung der Canadian Pacific Railway. Welche letztlich am 07. November 1885, mit dem geschichtsträchtigen letzten Nagel von Craigellachie, vollendet wurde. Die Hauptstadt Britisch Columbias ist Victoria, die größte Stadt ist Vancouver.

Alberta

Alberta ist, auf Grund seiner Ölvorkommen, die reichste Provinz Kanadas. Mit der Gründung der Hudson's Bay Company, 1670, wurde Alberta Teil von «Ruperts Land», benannt nach dessen erstem Direktor, Prinz Ruprecht von der Pfalz. Die Hudon's Bay Company gilt als älteste Firma Kanadas und kontrollierte lange Zeit den Pelzhandel in Nordamerika. Nach dessen Niedergang entwickelte sie sich zur Handelsgesellschaft, welche Güter an die Siedler in Westkanada verkaufte. 1882 wird Alberta ein separater Distrikt des Nord-West-Territoriums, 1905 eine eigene Provinz.

Saskatchewan

1774 wurde in Saskatchewan, als erste europäische Siedlung, ein Handelsposten der Hudon's Bay Company gegründet. Die North-West Mounted Police errichtete 1874, auf ihrem »Marsch nach Westen«, mehrere Forts und mit dem Bau der Canadian Pacific Railway eingewanderte Siedler erhielten Land.

Manitoba

Manitoba ist die östlichste Provinz Westkanadas. Neben dem Red River Valley beherrscht hügliges Ackerland das Landschaftsbild. Exportiert werden Gerste, Hafer, Weizen und Kartoffeln. Im 17. Jahrhundert ließen sich Nachfahren europäischer Pelzhändler am Red River nieder und jagten Büffel. 1812 gründete die Hudson's Bay Company die Red River Kolonie. Der Pemmikan-Krieg führte zu Auschreitungen mit den Pelzhändlern. 1870 wurde Manitoba eine Provinz Kanadas.