Vancouver
Geschichte und Sehenswürdigkeiten
Als George Vancouver, der englische Vermessungsingenieur der amerikanischen und kanadischen Westküste, im Alter von 13 Jahren der Royal Navy beitrat, hätte er sich bestimmt nicht erträumt, dass einmal die drittgrößte Stadt Kanadas nach ihm benannt würde. So ist es aber am 6. April 1886 bei der offiziellen Stadtgründung Vancouvers geschehen.
Mit ungefähr 600.000 Einwohnern im Jahr 2006 ist die Stadt ein wunderbares Beispiel der Industrialisierung Kanadas, denn dank der transkontinentalen Eisenbahn entwickelte sie sich innerhalb weniger Jahrzehnte gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einer Metropole, deren Bedeutung zu Beginn noch in den natürlichen Ressourcen wie Fischfang und Landwirtschaft lag. Heute basiert ihre große Wirtschaftskraft nicht zuletzt auf einem Hafen mit internationaler Bedeutung. In Vancouver legen nicht nur Handels- sondern auch Kreuzfahrtschiffe aus aller Welt an, denn nach der Weltausstellung 1986 wurde die Stadt ein Tourismusmagnet und zieht seitdem jährlich Millionen Besucher aus nah und fern an.
Obgleich Vancouver relativ jung ist und das Stadtbild daher sehr modern, gibt es doch einige architektonische Meisterleistungen, die Fotografien und verweilende Augenblicke wert sind. Das Hauptgebäude der Public Library erinnert zum Beispiel stark an das Kolosseum in Rom und beherbergt nicht nur Bücher sondern auch Restaurants und Geschäfte. Architektonisch sehenswert sind aber auch die neugotische Christ Church Cathedral aus dem Jahr 1894 und die neoklassizistische Art Gallery in der Hornby Street, deren Gebäude 1906 als Gerichtsgebäude errichtet wurde. Das mit Terrakotta-Ziegeln verkleidete Dominion Building im Stadtteil Gastown, das im Stil des Empire State Buildings errichtet wurde, war Drehort einiger Szenen aus »Die unendliche Geschichte«. Bis 1910 war das Dominion Building mit 53 Metern das höchste Gebäude der Stadt, heute wird die Skyline von Vancouver stetig entwickelt, jedoch gemäß bestimmter städtebaulicher Richtlinien, nach denen die Sicht auf die Berge nicht versperrt werden darf. Ein bemerkenswertes Gebäude Vancouvers ist das Canada Place, ein Relikt der Weltausstellung von 1986. Wahrzeichen der Stadt ist das Marine Building, im Baustil dem Empire State Building in New York nachempfunden. 8000 Kunstwerke sind in der Vancouver Art Gallery zu bestaunen.
Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen
Selbstverständlich hat Vancouver aber sehr viel mehr zu bieten als ausschließlich Architektur; hier finden Veranstaltungen wie das Chinesische Neujahrsfest oder die »Celebration of Light« statt; hier befinden sich so bekannte Plätze wie der Stanley Park oder Granville Island.
Letzteres beeindruckt unter der Granville Street Bridge durch seinen öffentlichen Markt, die Theater, Galerien, Künstler und Musiker – hier befindet sich der kulturelle Höhepunkt der Stadt und fasziniert durch allerlei kulinarische und kulturelle Eindrücke.
Ebenfalls beeindruckend wird ein Besuch auf der ursprünglich bereits 1889 gebauten Capilano
Suspension Bridge sein, die heute mit 136 Metern Länge und mit 70 Metern über dem Capilano
River die längste Hängebrücke der Welt ist.
Wem ein paar schwingende Bretter Zedernholz und Stahlkabel noch nicht genug Nervenkitzel ist, der kann
bei dem so genannten »Treetops Adventure« weitere Brücken und Pfade ausprobieren, die sich
dann jedoch an riesigen Baumstümpfen in 24 Metern Höhe über dem Boden des Regenwaldes
befinden.
Ganz im Gegensatz dazu ist der Stanley Park vermutlich eine Oase der Ruhe nicht nur für
Naturliebhaber – hier finden sich auf 400 Hektar auch Kinderfantasieländer und
Miniatureisenbahnen. Erholungssuchende können aus 18 Kilometern Stränden
wählen. Ein perfekter Platz zum Entspannen und Wohlfühlen. Ein solcher Ort
ist auch Dr. Sun Yat-Sen Gardens, welches mitten in Chinatown hinter schützenden Mauern ein
beeindruckend harmonisches Spiel an Kontrasten bietet. Ob in Farbe, Größe oder Form –
hinter den Mauern in Chinatown erlebt man Ying und Yang ganz hautnah.
Wenn die chinesische Bevölkerung Vancouvers dann im Juni ihr traditionelles chinesisches
Neujahrsfest mit einer Parade und einem Drachenbootrennen auf dem False Creek feiert, ist die
gesamte Stadt dabei, denn das Chinatown British Columbias gründet bereits auf den ersten
chinesischen Einwanderern, die zur Zeit der Stadtgründung kanadischen Boden betraten.
Hier erlebt man das, was man sich unter dem Wort »Chinatown« vorstellt: Einen vibrierenden
Stadtteil voller exotischer Süßigkeiten, Gerüche und Geräusche. Allerdings befinden sich
ganz in der Nähe auch »heruntergekommene« Stadtteile, die man abends lieber nicht zu Fuß
erkunden sollte.
Als wunderbare Erfahrung für Familien bietet Science World in der Quebec Street die weltgrößte Kuppelleinwand mit aufregenden 3D-Filmvorführungen, die nicht nur die Jüngsten atemlos in die Sitze pressen. Die Kuppel in der sich das berühmte OMNIMAX-Kino befindet, ist von vielen Teilen Vancouvers aus sichtbar und war 1986 Teil der dortigen Weltausstellung.
Bereits seit mehr als hundert Jahren zieht die Robson Street dagegen Genießer aus aller Welt an. Hier wird eingekauft und gegessen. Von schicken In-Cafes über exquisite Nobelrestaurants bis hin zu den individualistischsten Künstlerbars findet sich hier alles was das Herz begehrt.
In Vancouver kann man an verschiedenen Stränden liegen und dabei und schneebedeckte Berggipfel anschauen.
In der kalten Jahreszeit locken die drei Skigebiete der North Shore Mountains.
Ein absolutes Highlight und ein würdiger Abschluss jeden Vancouver-Besuchs ist schließlich die
»Celebration of Light« Ende Juli und Anfang August an den Stränden der English Bay.
Dabei handelt es sich um einen mit Musik unterlegten Feuerwerkswettbewerb der Superlative.
